Kapitel 4 — Die Wahrheit über Sebastian Croft

Innerhalb von vierundzwanzig Stunden wusste Adrian Rossi alles.

Sebastian Croft.

Ein Mann mit einem makellosen Ruf.

Ein erfolgreicher Geschäftsmann.

Ein großzügiger Wohltäter, der vor den Kameras lächelte und Kindern in Not half.

Doch hinter dieser perfekten Fassade versteckte sich ein anderer Mensch.

Ein grausamer Mensch.

Ein Mann, der glaubte, dass Geld ihm das Recht gab, alles zu besitzen.

Auch Menschen.

Adrian saß in seinem dunklen Büro und las die Berichte über Amelia.

Jede einzelne Seite machte ihn wütender.

Amelia war nicht gestürzt.

Sie war nicht ungeschickt gewesen.

Sie hatte nicht gelogen.

Die Verletzungen auf ihrem Körper waren das Ergebnis jahrelanger Angst.

Sebastian hatte sie kontrolliert.

Er bestimmte, was sie tragen durfte.

Mit wem sie sprechen durfte.

Wohin sie gehen durfte.

Er hatte ihr eingeredet, dass niemand sie brauchen würde.

Dass sie ohne ihn nichts wert wäre.

Und jedes Mal, wenn Amelia versucht hatte, sich zu wehren, hatte er ihr gezeigt, was passierte, wenn sie nicht gehorchte.

Adrian legte die Akte auf den Tisch.

Seine Hände waren zu Fäusten geballt.

Noch nie hatte ihn eine Geschichte so wütend gemacht.

Er war ein Mann, der viele schreckliche Dinge gesehen hatte.

Aber die Angst in Amelias Augen hatte etwas in ihm verändert.

Niemand durfte eine wehrlose Frau zerstören.

Niemand.

Nicht einmal ein Mann wie Sebastian Croft.

— Finden Sie alles über ihn, sagte Adrian ruhig.

Sein Mitarbeiter Marco nickte.

— Und was sollen wir mit den Informationen machen?

Adrian sah aus dem Fenster.

Sein Blick war kalt.

— Wir nehmen ihm alles, worauf er stolz ist.


Kapitel 5 — Eine unerwartete Rettung

Als Amelia wieder aufwachte, wusste sie zuerst nicht, wo sie war.

Die Decke war weich.

Das Zimmer war groß.

Durch das Fenster konnte sie einen wunderschönen Garten sehen.

Doch ihre erste Reaktion war keine Erleichterung.

Es war Angst.

Sie setzte sich hastig auf.

— Wo bin ich?

Eine tiefe Stimme antwortete aus der Nähe.

— An einem sicheren Ort.

Amelia drehte sich um.

Adrian stand am Fenster.

Wie immer wirkte er ruhig.

Gefährlich.

Unnahbar.

— Ich muss gehen.

Adrian sah sie an.

— Wohin?

Sie schwieg.

Denn sie wusste es nicht.

Ihr Zuhause war niemals sicher gewesen.

Ihre Familie hatte sie benutzt.

Sebastian hatte sie zerstört.

Sie hatte keinen Ort mehr.

— Ihre Familie wird Sie nicht beschützen, sagte Adrian.

Amelia senkte den Blick.

Diese Wahrheit tat weh.

Aber sie war wahr.

— Warum helfen Sie mir?

Adrian antwortete nicht sofort.

Diese Frage stellte sich auch er selbst.

Warum?

Warum kümmerte er sich um eine Frau, die für seine Geschäfte keinen Wert hatte?

Warum wollte er jemanden beschützen, der nichts mit seiner Welt zu tun hatte?

Schließlich sagte er:

— Weil jemand es schon viel früher hätte tun müssen.

Amelia sah ihn überrascht an.

Zum ersten Mal sah sie nicht nur den gefährlichen Mann.

Sie sah einen Menschen.


Kapitel 6 — Der Beginn des Krieges

Als Sebastian erfuhr, dass Amelia verschwunden war, verlor er die Kontrolle.

Er zerstörte ein Glas in seiner Hand.

— Sie wird zurückkommen.

Seine Stimme war voller Hass.

— Sie hat keine andere Wahl.

Er verstand nicht.

Er glaubte immer noch, dass Amelia dieselbe schwache Frau war, die er jahrelang eingeschüchtert hatte.

Doch er wusste nicht, dass sie nicht mehr allein war.

Adrian Rossi hatte sie unter seinen Schutz gestellt.

Und wenn Adrian Rossi jemanden beschützte, bedeutete das Krieg.

Innerhalb weniger Wochen begann Sebastians perfektes Leben zusammenzubrechen.

Geschäftspartner kündigten Verträge.

Banken stellten Fragen.

Seine Geheimnisse tauchten plötzlich überall auf.

Die Welt begann zu erkennen, wer Sebastian wirklich war.

Doch Sebastian gab nicht auf.

Er traf Adrian in einem privaten Restaurant.

— Sie wissen nicht, worauf Sie sich einlassen, Rossi.

Adrian blieb ruhig.

— Ich weiß genau, worauf ich mich einlasse.

Sebastian lächelte kalt.

— Amelia gehört mir.

In diesem Moment veränderte sich Adrians Gesicht.

Seine Stimme wurde gefährlich ruhig.

— Eine Frau gehört niemandem.

Er stand auf.

— Und besonders nicht einem Mann wie Ihnen.


Kapitel 7 — Der Mann hinter der Dunkelheit

Die Zeit verging.

Amelia blieb in Adrians Haus.

Am Anfang hatte sie Angst vor ihm.

Jede Bewegung von ihm erinnerte sie daran, wer er war.

Ein Mann mit Macht.

Ein Mann mit Feinden.

Ein Mann aus einer Welt, die sie niemals verstehen würde.

Doch langsam bemerkte sie etwas.

Adrian behandelte sie anders als alle anderen.

Er zwang sie zu nichts.

Er stellte keine Forderungen.

Er fragte immer nach ihrer Meinung.

Eines Abends ging Amelia in die Küche und blieb überrascht stehen.

Adrian stand dort und kochte.

Sie musste lächeln.

— Sie können kochen?

Adrian sah sie an.

— Ich kann viele Dinge.

— Das hätte ich nicht erwartet.

— Was haben Sie erwartet?

Sie dachte kurz nach.

— Einen Mann, der nur Befehle gibt.

Ein kleines Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

— Vielleicht war ich einmal so.

Amelia betrachtete ihn.

— Und jetzt?

Adrian sah sie an.

— Jetzt gibt es jemanden, der mich daran erinnert, dass ich auch ein Mensch bin.

Diese Worte überraschten sie.

Denn Adrian Rossi zeigte niemals Schwäche.

Aber bei ihr tat er es.


Kapitel 8 — Die letzte Falle

Sebastian wusste, dass er verlieren würde.

Also plante er seinen letzten Angriff.

Er ließ Amelia entführen.

Nicht, weil er sie zurückhaben wollte.

Sondern weil er wusste, dass Adrian kommen würde.

Er wollte ihn zerstören.

Als Amelia in einem verlassenen Gebäude gefangen war, trat Sebastian vor sie.

— Siehst du?

Er lächelte.

— Am Ende bist du wieder bei mir.

Amelia sah ihn an.

Doch diesmal hatte sie keine Angst.

Sebastian bemerkte es.

— Warum schaust du mich so an?

Sie antwortete ruhig:

— Weil ich dich nicht mehr fürchte.

Sein Lächeln verschwand.

— Du bist immer noch dieselbe schwache Frau.

Amelia schüttelte den Kopf.

— Nein.

Sie legte eine Hand auf ihren Bauch.

— Ich bin die Frau, die überlebt hat.

In diesem Moment ertönten laute Geräusche.

Die Tür wurde aufgebrochen.

Adrian trat ein.

Aber diesmal stand Amelia nicht hinter ihm.

Sie stand neben ihm.