Callahan zog seine Waffe in Sekundenbruchteilen und zielte direkt auf Marcus’ Brust. „Waffe fallen lassen, Sterling! Das ist ein Befehl von der Polizei!“
Marcus zuckte nicht einmal mit der Wimper. Stattdessen hob er die linke Hand und drückte einen Knopf auf einer kleinen Fernbedienung. Auf der anderen Seite der Garage schlugen die Garagentore mit einem schweren, ohrenbetäubenden metallischen Knall zu und schlossen sie in einem Betongrab ein.
Hinter Callahan traten drei weitere Duca-Schergen aus der Dunkelheit hervor, die Waffen auf den Rücken des Hauptmanns gerichtet.
Es war Victor Vance – Viviens älterer Bruder und der finanzielle Architekt der Bostoner Infiltration des Syndikats.
Victor wurde mit voller Wucht auf das Deck geschleudert, seine teuren italienischen Lederschuhe rutschten über das nasse Fiberglas. Er spuckte einen Mundvoll Meerwasser und Blut aus und starrte mit geschwollenen Augen zu der hoch aufragenden Silhouette von Lorenzo Duca auf.
„Du spinnst wohl, Duca!“, knurrte Victor und kämpfte gegen die schwere Nylonschnur an, die seine Rippen fesselte. „Die Kommission in New York wird deiner ganzen Familie noch vor Sonnenaufgang den Krieg erklären! Man kann doch nicht einfach so Konzernchefs von der Straße weg entführen!“
Lorenzo hockte sich hin, bis er dem zitternden Buchhalter des Syndikats auf Augenhöhe begegnete. Sein Gesichtsausdruck war wie aus Eis gemeißelt, seine dunklen Augen spiegelten das flackernde Neonlicht der Hafenkräne wider.
„Ihre Schwester hat versucht, meine Mutter zu vergiften und ein dreijähriges Kind in meinem Haus bedroht“, sagte Lorenzo mit eiskalter Ruhe in der Stimme. „Und Sie dachten, Sie könnten Ihre Familie mit einer gefälschten Heiratsurkunde und einem gefälschten Kassenbuch wieder nach Boston schmuggeln.“
„Sie verfolgte einen langfristigen Plan!“, schrie Victor trotzig. „Wir wollten alle rechtlichen Mittel ausschöpfen! Die Gerichte, die Schifffahrtswege, die Immobilienfonds!“
Elena Hayes stood by the floor-to-ceiling windows, watching the distant lightning flash over the Atlantic. Her hands were no longer shaking. The terror that had gripped her heart for three long months had finally burned away, replaced by a quiet, fierce resolve.
The private elevator chime pinged softly.
The heavy oak door swung open, and Lorenzo stepped into the penthouse. He had removed his wet wool coat; his white dress shirt was open at the collar, his sleeves rolled up, revealing the deep, jagged scars of a life spent at the bleeding edge of power.
Mia looked up from her armchair, her big brown eyes locking onto the dangerous mafia don without a trace of fear. She slowly raised her right hand, holding up three tiny fingers.
Lorenzo stopped in his tracks. A rare, almost imperceptible softening touched the edges of his hardened mouth. He walked across the plush carpet, knelt down on one knee before the little girl, and gently folded her three tiny fingers down one by one into a soft fist.
“Three months is a long time to keep a secret, little one,” Lorenzo murmured, his voice gentle—a tone no enemy of his syndicate had ever heard.
Am Kopfende des Tisches saß Arthur Sterling – nicht verwandt mit Marcus, aber ein lebenslanger Verbündeter von Viviens Familie – und räusperte sich, um sich an den Rat zu wenden.
„Meine Damen und Herren, wir sind hier, um die vorläufige Treuhänderschaft über den Nachlass von Frau Duca nach dem plötzlichen Verschwinden von Frau Vivien Vance zu bestätigen“, verkündete Arthur und rückte seine goldumrandete Brille zurecht. „Als ihr bevollmächtigter Vertreter beantrage ich, dass wir alle Vermögenswerte der Reederei Duca bis zur psychiatrischen Begutachtung von Herrn Lorenzo Duca durch die Bundesbehörden einfrieren.“
Die schweren Eichenflügeltüren des Sitzungssaals öffneten sich nicht einfach – sie wurden mit einem ohrenbetäubenden Knall nach innen geschleudert, wobei die Messingscharniere an der Holzvertäfelung zersplitterten.
Sofort herrschte Stille im Raum.
Lorenzo Duca betrat den Sitzungssaal allein, sein langer schwarzer Mantel schleifte hinter ihm her wie die Flügel eines Raubvogels. Hinter ihm im Türrahmen standen Rocco und Marcus, die Hände in den Jackentaschen verschränkt.
Arthur stand auf, sein Gesicht hochrot vor aristokratischer Empörung. „Mr. Duca! Sie können nicht einfach in eine private Vorstandssitzung platzen! Das ist Hausfriedensbruch!“
Lorenzo ließ ihn nicht ausreden. Er ging direkt zum Kopfende des Tisches, zog einen dicken Manilaumschlag aus seiner Manteltasche und knallte ihn auf die polierte Mahagoni-Oberfläche direkt vor Arthurs Kaffeetasse.
„Lies Seite vier, Arthur“, sagte Lorenzo leise, zog einen Stuhl heraus und setzte sich ungebeten an den Kopf des Tisches.
Arthurs zitternde Hand griff nach dem Ordner, klappte ihn auf und überflog das oberste Dokument. Es handelte sich um eine vollständige Finanzprüfung, die jede einzelne Bestechung, jede Schmiergeldzahlung ins Ausland und jede Überweisung über Briefkastenfirmen detailliert auflistete, die in den letzten zehn Jahren über die Kulturgesellschaft geflossen war – unterzeichnet, notariell beglaubigt und von Viviens Bruder Victor gestanden.