Die Straßenluft peitschte uns entgegen wie ein nasses Handtuch auf nackter Haut.
Wir stiegen in meinen Toyota-Truck von 2018, ein spartanisches Fahrzeug ohne luxuriöse getönte Scheiben, perfekt geeignet, um zwischen den Zeitungszustellern und Müllwagen, die zu dieser Zeit gerade erst auf den Markt kamen, unbemerkt zu bleiben.
Ich startete den Motor, ohne die Scheinwerfer einzuschalten, bis ich mich in den fast nicht vorhandenen Verkehr der Morones Prieto Avenue einreihte.
Claudia saß auf dem Beifahrersitz und tippte wie wild auf ihrem Tablet, das mit dem Mobilfunknetz verbunden war.
„Ich versuche, die Registrierungsnummern für Notar 42 zu ermitteln“, berichtete sie, ohne den Blick von der virtuellen Tastatur zu wenden. „Notar Robles Saénz hat um 8:30 Uhr einen Termin außerhalb des Büros in einer Privatwohnung in San Pedro.“
„Sie werden den Notar ins Haus holen“, schloss ich und umklammerte das Lenkrad so fest, dass meine Knöchel steif wurden. „Sie werden sich nicht einmal die Mühe machen, das Mädchen aus dem Bett zu holen. Sie werden die Scheinvernehmung direkt dort inszenieren, mit Romina sediert zwischen den Laken, damit der Alte einfach nur den offiziellen Stempel aufsetzen und die Bescheinigung über die Geschäftsunfähigkeit unterschreiben kann, ohne unangenehme Fragen zu stellen.“
– Und in Anwesenheit eines approbierten Privatarztes, der den komatösen oder benommenen Zustand des Minderjährigen bescheinigen kann – fügte Claudia mit einem Flüstern hinzu, das pure Verachtung ausstrahlte. – Eine Kollegin aus ihrem eigenen Golfclub, die das Rezept nachträglich ausstellen kann.
Die nächsten fünfzehn Minuten fuhr ich schweigend die steilen Kurven der Gómez Morín hinauf in Richtung des oberen Teils der Gemeinde.
Mit zunehmender Höhe wirkten die Residenzen immer imposanter, verborgen hinter Mauern aus Sichtbeton, automatisierten Teakholztoren und Kuppelkameras, die sich mit der Präzision elektronischer Wächter drehten.
In diesem Sektor war alles darauf ausgelegt, die Außenwelt fernzuhalten: die Beute, das Elend, die gerichtlichen Ermittlungen und die Wahrheit.
Ich parkte zweihundert Meter vom Eingang der Schlucht entfernt, hinter einem kaputten Lichttransformator, der einen dicken Schatten auf den Bürgersteig warf.
Ich habe den Motor abgestellt.
Das Knistern des abkühlenden Metalls war das einzige Geräusch, das uns mehrere Sekunden lang begleitete.
„Bleib du hier bei der Satellitenübertragungsanlage, Claudia“, befahl ich und sah ihr fest in die Augen. „Wenn ich bis 6:30 Uhr nicht mit der Festplatte durch die Hintertür verschwunden bin, lädst du den Clip aus der Lobby auf die Server des Nachrichtenportals von Mexiko-Stadt hoch und schickst eine direkte Kopie an die Generalstaatsanwaltschaft in Monterrey.“
„Fernando, das ist operativer Wahnsinn“, warnte sie mich und packte mein Handgelenk fest. „Du trägst keine kugelsichere Weste und hast keinen Haftbefehl bei dir. Wenn Alejandro bewaffnet ist …“
„Mein Bruder ist ein Feigling, Claudia“, unterbrach ich sie und löste mich sanft, aber bestimmt aus ihrem Griff. „Männer wie er sind nur dann mutig, wenn sie ein fünfjähriges Mädchen in einem dunklen Bett in die Enge getrieben haben.“
Ich stieg aus dem LKW und schloss die Tür beim ersten Klicken, um das Geräusch des vollständig einrastenden Schlosses zu vermeiden.
Der Bergwind wehte kräftig von Chipinque herüber und trug einen stechenden Geruch nach feuchter Erde, Kiefernharz und verrottetem Laub mit sich.
Ich zog meine Wollmütze bis zu den Augenbrauen hoch und glitt in das ausgetrocknete Bachbett hinunter, auf der Suche nach dem Pfad aus losen Steinen, den ich seit mehr als zwanzig Jahren kannte.
Jeder Schritt auf dem Schotter erforderte höchste Konzentration; ein abgebrochener Ast oder ein Ausrutscher im Schlamm konnte die Wachhunde der benachbarten Bauernhöfe alarmieren.
Ich kroch auf Händen und Knien sechzig Meter dicht am Lehmhang entlang, bis ich die geometrische Silhouette von Alejandros Wohnhaus erspähte.
Von unten betrachtet wirkte das Haus wie eine moderne Festung aus Glas, Stahl und Kalkstein, die über dem Abgrund zu schweben schien.
Der Garten hinter dem Haus wurde von winzigen weißen Lichtpunkten erhellt, die in den Kunstrasen eingelassen waren.
Auf der Terrasse herrschte Stille.
Der Infinity-Pool reflektierte die tief hängenden Wolken, die die Stadt bedeckten, in einem schwarzen, öligen Spiegel.
Ich erreichte den Fuß des aus Schmiedestahl bestehenden Umzäunungszauns.
In der unteren linken Ecke, genau dort, wo die Wurzeln einer alten Eiche das Betonfundament angehoben hatten, entdeckte ich das unterirdische Kabelrohr, das ich selbst Jahre zuvor mitverlegt hatte.
Der Vibrationssensor in diesem Abschnitt war standardmäßig deaktiviert, um Fehlalarme durch Opossums und Waschbären zu vermeiden, die in Winternächten aus den Bergen herunterkamen.
Ich glitt unter die Metallkonstruktion und spürte, wie die eisige Feuchtigkeit der Erde durch meine Jeans sickerte.
Die Reibung der Jacke an der rostigen Kante des Eisens erzeugte ein trockenes Kratzen, das sich für mich wie ein lauter Knall mitten in der nächtlichen Stille anhörte.
Me quedé inmóvil sobre el pasto durante diez segundos, conteniendo la respiración, esperando el ladrido de algún perro guardián o el encendido súbito de los reflectores de halógeno.
Nada.
Solo el murmullo lejano del tráfico de la autopista y el viento golpeando las copas de los árboles.
Me levanté con cautela, pegando la espalda al muro de piedra volcánica que sostenía la terraza principal.
Caminé de lado hacia el ventanal del estudio de la planta baja, deslizándome entre los macetones de magnolias que bordeaban el andador de piedra.
El cristal del ventanal estaba cerrado, pero el pestillo superior de seguridad no estaba trabado; mi cuñada Paola solía dejarlo entreabierto una rendija microscópica para ventilar el olor a tabaco de pipa que Alejandro consumía durante sus sesiones nocturnas de trabajo.
Introduje la punta de una tarjeta plástica rígida entre el marco de aluminio y la hoja corrediza.
Hice palanca con cuidado milimétrico.
El pestillo cedió con un chasquido sordo, casi inaudible.
Deslicé la hoja de vidrio hacia la derecha apenas lo suficiente para que cupiera mi torso.
Me colé al interior del despacho.
El aire adentro estaba caliente, denso, cargado de un aroma a cuero curado, cera para muebles finos y el rastro dulzón del tabaco inglés de mi hermano.
La estancia estaba sumida en una oscuridad casi total, rota únicamente por los indicadores led de color verde y ámbar de los equipos de cómputo sobre el escritorio de parota.